Back again

Das hat mal richtig gut getan. Nach drei Wochen ohne Facebook, Twitter, Instagram und Co. ist es Zeit, ein Resümee zu ziehen. Um es kurz zu machen: eine Social Media Diät kann ich jedem empfehlen, der täglich mehr als drei Mal auf das Smartphone starrt – nur, um sich zu informieren. Diese Zahl hatte ich bei weitem übertroffen.

Erst nachdem ich die besagten Apps vom iPhone gelöscht hatte, ist mir mein exzessives Nutzerverhalten bewusst geworden. In den ersten Tagen hatte ich echte Entzugserscheinungen. So müssen sich Raucher fühlen, die von einem auf den anderen Tag aufhören.

Immer online, immer informiert

Es ist wirklich erstaunlich, wie oft man am Tag auf das Smartphone schaut, um Timelines zu checken, Nachrichten abzurufen oder irgendwelche Tweets zu lesen. Gerade in meinen Interessensgebieten Digitalisierung, Startups und Unternehmertum kommen News im Sekundentakt hinein. Und da man nichts verpassen möchte, schaut man halt nach. Oft. Direkt nach dem Aufstehen, im Bad, auf dem Weg von der Kita zur Bahn, in der Bahn, beim Warten, im Café, zwischen zwei Telefonaten, wieder in der Bahn, auf der Couch vor dem Fernseher, vor dem Schlafengehen, usw. Das geschieht vollkommen unbewusst und nebenbei. Studien zufolge, nutzen wir unsere Smartphones mehr als 1.500 Mal pro Woche.

Das kann ich so unterstreichen. Da ich mein iPhone sowohl beruflich als auch privat intensiv nutze, könnte es auch öfters sein. Um mich nicht falsch zu verstehen: ich schätze mein Smartphone und die damit verbundenen Möglichkeiten sehr. Lediglich die Menge an austauschbaren, oft nicht relevanten Informationen pro Tag hat mich gestresst.

Klarer Kopf und Zeit für Wesentliches

Nach drei Wochen Abstinenz habe ich endlich wieder einen klaren Kopf. Bestimmt habe ich während dieser Zeit viele Neuigkeiten, Kurz-Meldungen und Katzenbilder verpasst, allerdings habe ich auch eine Menge Zeit hinzugewonnen. Diese versuche ich nun, zielführender einzusetzen. Zum Beispiel für den sehr lesenswerten Essay von Prof. Han, auf dem mich Fabian Gebert aufmerksam gemacht hat. Im digitalen Panoptikum – vor einigen Wochen hätte ich dieses Statement wohl anders beurteilt…

Facebook und Instagram habe ich übrigens dauerhaft vom Smartphone entfernt. Selbstverständlich bin ich noch aktiv und man kann mich erreichen. Das kann nur etwas dauern, bis ich meinen Laptop wieder nutze. Darüber hinaus habe ich mir vorgenommen, das Smartphone bewusster zu nutzen. Zum Beispiel zum Telefonieren – soll ja auch funktionieren. Mal schauen, wie lange ich das durchhalte…

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